Großer Bahnhof für die Theater-AG mit dem „Blauen Bahnhof“
Bad Lippspringe. „Der Applaus ist das schönste“ urteilt Roman, begeisterter Mitspieler der jungen Theatergruppe an der Städtischen Realschule in Bad Lippspringe. Erst vor einem guten halben Jahr hat sich aufgrund der finanziellen Unterstützung der Stadt-Stiftung Bad Lippspringe die Gruppe gefunden und bereits ihren ersten Auftritt hinter sich. Während des 5jährigen Jubiläums der Stiftung gaben die sieben jungen Künstler ihr Debüt.
Jetzt arbeitet die Gruppe unter der Leitung von Schauspielerin und Regisseurin Petra Coers-Schmitt an ihrem ersten richtigen Theaterstück. „Der blaue Bahnhof“ soll im Juni aufgeführt werden. Doch ist Theaterspielen es wert von der Stadtstiftung gefördert zu werden?
„Konzentrationsfähigkeit, Disziplin, Teamfähigkeit und Verantwortungsgefühl sind die Kompetenzen, die durch das Theaterspielen gefördert werden – und unsere Jugend zum Teil sehr nötig hat,“ beantwortet Geschäftsführerin Gabriele Lukoschek die Frage. „Theaterspielen geht nur miteinander und nicht gegeneinander, dadurch wird das gemeinschaftliche Denken und Handeln gefördert“.
Zustimmung erhält sie durch die Leiterin der Gruppe: „Theaterspielen fördert die Dialogfähigkeit, die Kreativität und Spontaneität sowie die Improvisationsfähigkeit. Während des Spiels werden Verhaltsmuster und das Sozialverhalten trainiert, die freie Rede und Aussprache geübt und nicht zuletzt das Selbstbewusstsein gestärkt.“ Dies mag kaum mehr nötig sein, beobachtet man die jungen Menschen während der Probe: Mit hocherhobenem Haupt betreten sie die Probebühne und üben ihr Stück. „Es macht Spaß sich in die Figuren des Stücks hineinzuversetzen“, finden die meisten Jugendlichen, die sich in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 befinden. Nur drei haben bislang bei der Theater AG der Realschule mitgemacht, die den Jahrgängen fünf bis sieben vorbehalten ist. Alle anderen sind neu - und hoch motiviert. Mit dem Lernen des Textes hat keiner Schwierigkeiten. „Ich lese es ein paar Mal durch, dann kann ich es,“ meint Denise, die als Hauptdarstellerin Nele spielt, und kommt damit zurecht. Anders als im Stück "Der blaue Bahnhof“, in dem es Nele ganz und gar nicht gelingt ihr eigenes Leben zu meistern. Immer wieder gibt es Kollisionen und schließlich läuft Nele davon. Sie findet sich im blauen Bahnhof wieder, doch in den Zug „Unendlich“ darf sie erst einsteigen, wenn kein Mensch sie mehr vermisst. So bleibt ihr nur der Zug „Umweg“ auf dem sie sich immer besser kennen lernt. Sie muss lernen mit ihren Fehlern zu leben, Konflikte anzunehmen, anzupacken und zu lösen. Wird sie es schaffen? Am 20. Juni ist Premiere.